Sonntag, 8. März 2015

Asoziale Pflanzen

Langsam fliegen die Sporen durch die Luft.
So leise, schwebt die Gefahr.
Ihre Opfer sind sowohl wehr- also auch ahnungslos.
Sie haben keine Möglichkeit zu entkommen.
Dort! Am Boden! Da ist auch schon das erste Opfer.
Ohne das es etwas bemerkt, gelangt die Spore in seinen kleinen schwachen Körper.
Selbst wenn dieses verachtenswerte Insekt es bemerkt hätte verhindern könnte es dieses dumme Lebewesen nicht.
Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Die Spore nistet sich ein und übernimmt die Kontrolle.
Zuerst nicht viel bis sie dann immer mehr Besitz von ihm ergreift und dieses Tier zu einem lebenden Zombie macht.
Es wird zu einem Gefangenen in seinem eigenen Körper und muss stumm und hilflos dabei zusehen.
Wissend, dass es einen Ablaufstempel bekommen hat und es nicht mehr lange dauern würde bis sein Leben ausgelöscht wird, von diesem asozialen Pilz der aus diesen verdammten Sporen entstehen würde.
Die kleinen Beinchen bewegten sich, zuerst zart und vorsichtig, so als ob es die allerersten Schritte wären.
Nur um dann schneller und sicherer zu werden. Immer weiter tasteten diese fremdgewordenen Beine weiter.
Der Wirt befindet sich auf seinem allerletzten Gang, geführt von seinem Besetzter. Was nun, sollte dieses kleine Tier einfach aufgeben ohne je dagegen angekämpft zu haben?!
Nein! Der Urinstinkt, der Wille zu überleben ist so stark wie nie zuvor in seinem kurzen Leben. Er schafft es immer wieder für einen winzigen Augenblick die Kontrolle zurückzuerlangen.
Aber nicht lange genug um das unvermeidbare aufzuhalten.
Sie nähern sich einem Baumstamm, klettern an ihm hoch, bis sie zu einem sicheren Platz gelangen.
Und dann ein letztes Aufbäumen, ein letzter verzweifelter Versuch, bevor diese asoziale Pflanze diesem kleinen Insekt das Leben raubt um selbst überleben zu können.
Eins endet, ein neues beginnt.


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