Dienstag, 29. Juli 2014

Das Karussell der Träume...

Voller Vorfreude warte ich darauf das die Türen sich öffnen. Schließlich ist es soweit. Vor mir drängen sich kleine Kinder mit ihren Eltern hindurch. Nach einer Weile folge ich ihnen mit langsamen Schritten. Unter meinen braunen Schuhen fühle ich das harte Gitter. Es ist grau und darunter glitzert glasklares, hellblaues Wasser welches den hellen Schein der Sonne reflektiert. Ich schaue mich suchend um. Schließlich gehe ich zu dem freien Platz den ich soeben entdeckt habe. Ich hebe die kühle Metallstange ein Stück an um mich hinzusetzen. Auch die anderen Leute haben sich nun zu den restlichen freien Plätzen begeben. Ich höre die erwartungsvollen Stimmen von ein paar Kindern die in meiner Nähe sitzen. Plötzlich vernehme ich ein leises Knacken. Nach diesem Geräusch beginnen die Sitze langsam empor zusteigen. Schließlich berühren meinen Füßen nicht mehr den Boden. Nun fängt das Karussell an sich im Kreis zu drehen. Erst langsamer und dann immer schneller und schneller. Die Umgebung zieht an mir vorbei. Ich fühle mich auf einmal so leicht wie eine Feder die vom Wind fortgetragen wird und so frei wie ein Vogel der über grüne Wiesen und weite Felder hinweg fliegt. Wenn ich meine Augen schließe befinde ich mich nicht mehr auf dem Karussell sondern ganz weit weg. Ich sehe einen blauen Himmel mit ein paar einzelnen weißen Wolken. Sie bilden Formen. Eine sieht aus wie ein weißer Wal der aus dem Wasser springt. Ich schwebe weiter über große, grüne Wälder und graue Berge hinweg. In der Ferne sehe ich das blaue Meer. Meine Gedanken wirbeln immer weiter durcheinander wie Blätter an einem stürmischen Herbsttag und vermischen sich mit Erinnerungen an ähnliche Erlebnisse und an ähnliche Gefühle. Der Fahrtwind zerzaust mein dunkelbraunes Haar. Um mich herum ist es fast völlig still. Das einzige Geräusch das ich am Rande wahrnehme ist das rauschen des Windes. Plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ein kleiner Wassertropfen landete direkt auf meiner Nasenspitze. Ich schaue nach oben direkt in den Himmel. Anders als in meinem Traum ist dieser nicht blau mit kleinen weißen Wolken sondern grau mit vielen dunklen. Ein weiter Tropfen sinkt herab. Diesmal aber auf mein dunkelblaues T-Shirt. Ich atme tief ein. Es riecht nach Regen, welcher nun auch zu kommen scheint. Während sich das Karussell weiter Runde um Runde dreht beginnt es heftiger zu regnen. Um mich herum sehe ich Leute die ihre Jacken als Schutz vor dem Regen verwenden. Sie rennen umher um eine trockene Stelle zu finden wo sie vor dem Regen geschützt sind. Ein kleines Kind aber bleibt im Regen stehen. Es blickt nach oben in den Himmel und versucht die Tropfen mit den Händen aufzufangen. Plötzlich fängt es an umher zu laufen und in die kleinen entstandenen Pfützen zu springen. Aber schließlich wird es von seinen Eltern gerufen und läuft schnell davon. Dann sehe ich eine kleinen Tropfen der an mir vorbei fällt und schließlich in dem nun nicht mehr glitzerndem Wasser zu landen. Wenn man genau aufpasste konnte man das leise Platschen hören welches der Tropfen beim Aufprall von sich gab. Das nächste was ich wahrnahm war, dass das Karussell langsamer  wurde bis es schließlich ganz stehen blieb. Die Eltern rannten mit ihren Kinder los um sich auch unterzustellen. Schließlich hebe ich die noch immer kalte und nun auch nasse Metallstange ein Stück an um aufzustehen. Dann gehe ich auf das Tor über dem Ausgang steht zu. Ich schaue mich noch ein letztes Mal um und muss sogleich an den schönen Traum von vorhin denken, der nun der Vergangenheit angehörte. Schließlich gehe ich ebenfalls davon um dem Regen zu entkommen.  

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